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Die Echte Pfingstrose (Paeonia officinalis) ist auch unter den Namen Gemeine Pfingstrose oder Bauernpfingstrose bekannt. Die Pflanze aus der Gattung der Pfingstrosen und der Familie der Pfingstrosengewächse ist seit vielen Jahrhunderten ein beliebter Schmuck in Parks und Gartenanlagen. Die mehrjährige krautige Staudenpflanze kann Wuchshöhen zwischen 40 und 80 Zentimetern erreichen. An den in sich verzweigten kahlen Stengeln befinden sich die dunkelgrünen glatten dreigeteilten Blätter, welche einen Durchmesser von bis zu 30 Zentimetern aufweisen.
Die großen duftenden Blüten kommen in zahlreichen roten, rosa und weißen Farbstellungen vor und entfalten in den Monaten Mai und Juni ihre ganze Farbenpracht. Die Blüten weisen eine Vielzahl Pollen auf, welche von Schmetterlingen und Insekten bestäubt werden. Nach der Blüte bilden sich weiße, haarige Balgfrüchte heraus, welche die runden, blau-schwarzen Samenkörner enthalten. Heimisch ist die Echte Pfingstrose vom Mittelmeerraum bis an die Alpen-Südseite. Die Pflanze kommt auf Wiesen und Lichtungen bis in Höhen von 1 800 Metern vor. In Deutschland wachsen Pfingstrosen nur gelegentlich aus Gartenabfällen verwildert. Als Gartenpflanze erweist sich die Echte Pfingstrose als recht unkompliziert. Sie bevorzugt einen windgeschützten sonnigen bis halbschattigen Standort, wo man sie über Jahre hin ungestört belassen sollte. Nur so kann sie ihre ganze Schönheit und Blütenpracht entfalten. Der Boden sollte locker, feucht und nährstoffreich sein. Staunässe verträgt die Pflanze nicht. Während die Naturform der Echten Pfingstrose ungefüllte Blüten aufweist, sind in den Gärten vielfach gefüllte Zuchtformen, wie „Flame“ oder „Shirley Temple“, anzutreffen. Geschnitten werden sollte die Pflanze bereits wenn sich die Knospen gerade erst zu öffnen beginnen. Als Schnittblume ist die Pfingstrose dann bis zu zwei Wochen haltbar. Verwelkte Blüten an der Pflanze sollten sofort entfernt werden. Die Blätter schneidet man erst im Herbst zurück. Die Echte Pfingstrose kann durch Teilung im Frühjahr oder Herbst vermehrt werden. Zu beachten ist, dass die Pflanzen nicht tiefer als drei Zentimeter in den Boden gesetzt werden. Ein tieferer Stand verhindert die Blüte. Die Pfingstrose ist winterhart und benötigt keinen speziellen Schutz.
Der Name der Pflanze leitet sich vom griechischen Gott der Heilkünste, Paieon ab, welcher Hades mit den Wurzeln der Pfingstrose von seinen Verwundungen kuriert haben soll. In unseren Breiten gelangte die Pfingstrose im Mittelalter durch Benediktinermönche. Daher war damals auch der Name „Benidiktinerrose“ geläufig. Bereits im 16. Jahrhundert fand die Pflanze ihren Weg in die Bauerngärten. Sie symbolisierte Heilung, Reichtum und weiblichen Anmut. In der Malerei der Gotik fand man die „Rose ohne Dornen“ auf Tafelbildern wieder, welche der Gottesmutter huldigten. Der Pfingstrose konnte eine beruhigende, krampflösende, fiebersenkende und gefäßerweiternde Wirkung nachgewiesen werden. In der Klosterheilkunde fanden Rhizom, Blätter und Samen der Pflanze Verwendung bei Gicht oder Krampfanfällen. Die im Frühjahr gestochene Nebenwurzel wurde in der Homöopathie zur Linderung von Hämorriden-Leiden eingesetzt. Heute wird die Echte Pfingstrose nur noch selten zu Heilzwecken verwendet. Die Pflanzenteile sind leicht giftig und können bei Verzehr zu Übelkeit und Erbrechen führen.
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