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Die Glockenblume (Campanula) zählt zur Familie der Glockenblumengewächse und stellt mit etwa 400 Arten die größte Gattung in dieser Pflanzenfamilie. Glockenblumen können Wuchshöhen von 30 Zentimetern bis 1,50 Metern erreichen. Zahlreiche Varianten der ausdauernden krautigen Pflanzen haben Einzug in die heimischen Blumengärten gehalten. In Verbindung mit Farnen oder Fingerhut bilden Glockenblumen im Bauerngarten ein hübsches Ensemble. Hohe Stauden, wie Campanula Glomerata, sind dabei ebenso beliebt wie die niedrige Polsterpflanze Campanula Carpatica. Auch als Ampel- oder Zimmerpflanze hat die Glockenblume ihre Liebhaber gefunden.
Zwischen Juni und August zeigen sich die meist traubigen Blütenstände. Fünf in sich verwachsene Kronblätter bilden dabei die typische Glockenform. Charakteristisch sind die hellblauen Blüten der Campanula Fragilis, aber auch die blauen, sternförmigen Blütenstände der Campanula Isophylla oder die weiß blühende Alba sind beliebte Varianten. Die Blüten der Glockenblume bilden Porenkapseln, durch deren Löcher der Samen austritt.
Glockenblumen sind in den Kalkalpen Liguriens Zuhause. Die Acker-Glockenblume oder die Nesselblättrige Glockenblume sind beinahe in ganz Europa beheimatet und wachsen auf Wiesen, an Waldrändern oder an Felsabschnitten bis in Höhen von 2 000 Metern. Glockenblumen haben eine lange Geschichte und inspirierten bereits Dichter und Poeten im Mittelalter. So finden sich häufig Darstellungen von Feen und Elfen, welche Röcke oder Hüte in Form von Glockenblumen tragen. Seit dem 16. Jahrhundert werden die Pflanzen kultiviert. Im Jahr 2001 wurde die Glockenblume zur Staude des Jahres erklärt.
Glockenblumen lieben einen hellen und sonnigen Stand. Im Sommer mögen sie allerdings keine direkte Mittagssonne. Ideal ist ein windgeschützter Balkon, um die zarten Blütenstände nicht zu gefährden. Zwischen Frühjahr und Herbst sollte regelmäßig gegossen werden. Die Glockenblume zählt zu den wenigen Pflanzen, welche auch kalkhaltiges Wasser vertragen. Im Sommer benötigt die Pflanze 14tägige Düngergaben. Nach der Blüte sollten die Glockenblumen zurück geschnitten werden. Die Pflanze ist frostempfindlich und benötigt einen luftigen Winterstand bei etwa zehn Grad. Steht die Pflanze im Winter zu warm, kann es zu Spinnmilbenbefall kommen. Ein zu feuchter Stand hat Blattflecken und Grauschimmel zur Folge. Umtopfen sollte man Glockenblumen im Frühjahr. Stecklinge bewurzeln leicht in einem Gemisch aus Torf und Sand. Beim Umgang mit Glockenblumen sollte man Vorsicht walten lassen, da die Triebe sehr leicht brechen.
Glockenblumen gelten als hervorragende Bienenweiden. Die jungen Blätter der Acker-Glockenblume ergeben einen wohlschmeckenden Salat. Auch die Wurzel kann gekocht als Gemüse verzehrt werden. Die Nesselblättrige Glockenblume diente in vergangenen Zeiten als Heilkraut gegen Halsschmerzen, heute werden die Blätter als Gemüse verwendet. Auch die Alpen- oder die Marien-Glockenblume liefern ein schmackhaftes Blattgemüse.
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