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Das Johanniskraut (Hypericum perforatum) hat seinen Siegeszug als vielseitige und beliebte Heilpflanze seit Jahrhunderten stetig fortgesetzt und ist heute als grundlegende Substanz aus vielen pflanzlichen und homöopathischen Therapien und Hilfsmitteln nicht mehr wegzudenken. Der hohe Wirkungsgrad dieses Heilkrautes wurde nicht nur in vielen Studien nachgewiesen, sondern lässt sich auch daran erkennen, dass viele Johanniskraut-Präparate seit 2009 rezeptpflichtig sind.
Kraut der Götter und Dämonen
Die kleine, ausdauernde Pflanze ist in Europa weit verbreitet und begegnet einem an Wegrändern, auf Wiesen und Lichtungen und an Böschungen. Wegen der hohen Nachfrage und der Verwendung in der medizinischen Industrie wird das Johanniskraut mittlerweile großflächig angebaut. Wie im Pflanzenreich üblich verraten auch bei diesem Vertreter aus der Familie Clusieaceae der botanische Name und auch die volkstümlichen Bezeichnungen viel über das wohltuende Kraut: Hypericum perforatum wurde in früheren Zeiten zum Schutz vor bösen Mächten über Gottesbildern angebracht (hyper- über und eikon-Bild) und seine Blütenblätter weisen feine Löcher wie nach Nadelstichen auf (perforiert). Auf die Verwendung bei Stimmungsschwankungen und angeblicher Besessenheit beziehen sich viele Beinamen wie Teufelskraut, Hexenkraut, Walpurgiskraut. Dem roten Pflanzensaft, der beim Zerreiben der Blüten zwischen den Fingern frei wird, verdankt das Johanniskraut Bezeichnungen wie Herrgottsblut, Kreuzblut oder Elfenblut.
Zierliche gelb-blühende Pflanze Von einem robusten Stängel aus verzweigen sich im oberen Bereich viele feine Stängel mit kleinen Blättern und einer Vielzahl von sonnen-gelben Blüten mit sternförmig angeordneten Blütenblättern. In der Blütenmitte sind auffällig lange Staubblätter zu erkennen. Zur Gattung Hypericum gehören fast 400 unterschiedliche Arten. Wenn wir vom Johanniskraut sprechen, meinen wir im Allgemeinen das echte oder gemeine Johanniskraut Hypericum perforatum, das ungefähr 15-20 Zentimeter hoch wird und über eine sehr tiefe und verästelte Wurzel verfügt. Die Pflanze blüht von Juni bis September und wird in dieser Zeit auch gesammelt. In den Blüten finden sich viele ätherische Öle, Gerbstoffe und Hypericine.
Johanniskraut wirkt innerlich und äußerlich Das Haupteinsatzgebiet dieser Heilpflanze ist schon seit Jahrhunderten die Stärkung der menschlichen Psyche. Johanniskraut kann zu innerer Ruhe verhelfen, die Nerven stärken, Überreizungen abbauen und depressive Stimmung anheben. Die Präparate werden auch gerne bei Angstzuständen und Konzentrationsstörungen eingesetzt. Bei ernsthaften Störungen sollte aber unbedingt mit dem Arzt Rücksprache gehalten werden, ehe sie mit selbst hergestellten Ölen behandelt werden. Die Wechselwirkungen des Johanniskrauts mit anderen Medikamenten können beträchtlich sein. Wegen der entzündungshemmenden und antibiotischen Wirkung des Johanniskrautes wird es sowohl innerlich als auch äußerlich eingesetzt zur Behandlung von Wunden, Entzündungen, Prellungen und Sonnenbrand. Ebenso wird von lindernder Wirkung bei rheumatischen Beschwerden und Ischias berichtet.
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