ThymianThymian (Thymus vulgaris) ist eine Pflanze aus der Gattung der Thymiane und der Familie der Lippenblütler. Der auch als Römischer Quendel und Kuttelkraut bekannte Thymian ist eine beliebte Gewürz- und Heilpflanze. Der mehrjährige Halbstrauch kann zwischen 5 und 30 Zentimetern in die Höhe wachsen. Die nieder liegenden Stängel sind stark verzweigt und verholzt. Die flachen, eiförmigen Blätter sind paarweise angeordnet und ungeteilt. Zwischen Mai und September zeigen sich an den Stielenden die kleinen rosarot bis rotvioletten aromatisch duftenden Blüten.

Ursprünglich beheimatet ist Thymian im westlichen Mittelmeerraum. Dort wächst er in lichten Kiefernwäldern, auf Dünen oder Sand bis in Höhenlagen von 2 500 Metern. In unseren Breiten kommt er an Wegrändern, Böschungen oder auf Feldern und Wiesen verwildert vor. Als Gartenpflanze ist Thymian recht anspruchslos. Er bevorzugt trockene Böden und einen sonnigen und warmen Standort. Die Vermehrung erfolgt durch Samen oder Teilung. Im Frühling sollte Thymian ausgesät und nur leicht mit Erde bedeckt werden. Setzlinge können im Mai ausgepflanzt werden und gedeihen auch auf dem Balkon oder der Fensterbank. Winterharte Sorten bleiben immergrün. Thymian wird kurz über dem Boden abgeschnitten und gebündelt an einem warmen Ort getrocknet.

Thymian WaldSeinen Namen verdankt der Thymian der im alten Ägypten zur Einbalsamierung verwendeten Duftpflanze „Tham“. Die Römer wandelten die Bezeichnung in „Thymus“ ab. Mönche brachten den Thymian im 11. Jahrhundert nach Europa, wo er von den Klostergärten schnell seinen Weg in die Bauerngärten fand.
Für Heilzwecke wird das blühende Kraut zwischen Mai und September gesammelt. Das ätherische Öl des Thymians enthält Thymol, Citral, Kampfer, Carvacrol und Gerbstoffe. In Untersuchungen wurde die antibakterielle Wirkung des Thymians nachgewiesen und der Strauch zur Heilpflanze des Jahres 2006 gewählt. Innerlich angewendet wird Thymian bei Magen-Darm-Beschwerden, Blähungen, Appetitlosigkeit und Katarren der oberen Luftwege. Bei Heiserkeit, Husten oder Mundgeruch ist es hilfreich, mit einem Aufguss aus Thymian zu gurgeln. Bäder wirken kräftigend. Waschungen lindern Akne, Insektenstiche oder Geschwüre.

Wilder ThymianBesonders in der mediterranen Küche ist Thymian aus dem Speiseplan nicht wegzudenken. Auch als Essig findet er vieler Orts Verwendung. Besonders Geflügel, Wild, Tomaten oder Kartoffelgerichten verleiht er eine ganz eigene Note. In Verbindung mit Bohnenkraut kann Thymian an Stelle von Pfeffer verwendet werden.