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Die Mariendistel (Silybum marianum) gehört zur Familie der Korbblütler. Sie wird bis zu 1,5 m hoch, hat dornige dunkelgrüne Blätter und kleine kugelförmige purpurrot-violette Blüten, die von Juni bis September blühen. Die Pflanze ist auch unter dem Namen Milch- oder Frauendistel bekannt.
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Mariendistel war Kleinasien, Nordafrika und Südeuropa. Die heilenden Eigenschaften der Mariendistel wurden bereits von dem griechischen Arzt Dioskurides (um 40-90 n. Chr.) erwähnt. Seit dem Mittelalter ist die Mariendistel auch in Mitteleuropa bekannt. Sie wurde damals schon als Heilpflanze in Klostergärten angebaut.
Von der Mariendistel werden das getrocknete Kraut und die reifen Früchte genutzt. Erntezeit ist ab August. In der Fruchtschale ist Silymarin enthalten, das als wirksames Mittel zur Entgiftung, Regeneration und Stärkung der Leberzellen gilt. Mariendistel-Präparate werden bei Verdauungs- und Gallenbeschwerden, Leberzirrhose, chronischen und entzündlichen Lebererkrankungen und zur Regeneration bei Leberschwäche nach schweren Erkrankungen eingesetzt. Hochdosiertes Silymarin wirkt lebensrettend bei Vergiftungen durch den Knollenblätterpilz und wird daher sogar in der Intensivmedizin eingesetzt. Die heilenden Eigenschaften der Mariendistel wurden in zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen belegt. Das Bundesgesundheitsamt hat die Mariendistel als offizielle Heilpflanze anerkannt. In der Homöopathie wird die Mariendistel zusätzlich auch bei Gallenkoliken, Krampfadern, Hämorrhoiden, Migräne, Reisekrankheit und Trigeminusneuralgie angewandt. Neben den Fertigpräparaten aus der Apotheke kann man sich aus den Mariendistel-Früchten auch einen Tee zubereiten. Dazu werden die zerquetschten Früchte mit kochendem Wasser übergossen, und nach 15 min abgeseiht. Eine Trinkkur aus Mariendisteltee wird im Frühjahr und Herbst empfohlen, jedoch ist der Wirkstoff Silymarin in Teeaufgüssen nicht so konzentriert wie in hochdosierten Tinkturen. In der Mariendistel sind auch Bitterstoffe, Flavonoide, Gerbstoffe und ätherische Öle enthalten. Durch die antioxidative Wirkung soll die Heilpflanze auch präventiv vor verschiedenen Krebsarten schützen.
Die Mariendistel wird für den medizinischen Gebrauch unter anderem in Österreich, Ungarn, Deutschland, Argentinien, Venezuela und China angebaut.
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