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Wartende Junfrau am Wegesrand
Die Wegwarte (Cichorium intybus) wird zu den Korbblütlern gezählt und ist wohl eher unter dem Namen "blaue Distel" oder "Hundsläufte" bekannt. In ganz Europa, Nordafrika und Westasien bevorzugt sie trockene und sonnige Standorte. Ihren Namen erhielt sie wohl daher, weil sie überwiegend an Wegrändern zu finden ist. In einer alten Überlieferung heißt es allerdings, dass es sich um eine verzauberte Jungfrau handelt, die am Wegesrand auf ihren Liebsten wartet, welcher in den Krieg gezogen war.
Da diese Pflanze relativ häufig vorkommt wird sie nur noch selten wahrgenommen. Vielleicht liegt das auch daran, weil die Blüten recht spärlich an einem dunkelgrünen Stängel sitzen der ziemlich verastet aussieht und mehr an ein kleines Gestrüpp erinnert. Dabei lohnt sich ein genaueres Hinsehen, denn sie steckt voller Überraschungen. Diese unscheinbaren Stängel können eine Höhe bis zu 150 cm erreichen. Im Inneren des Stieles befindet sich ein Milchsaft, ähnlich wie beim Löwenzahn. An ihnen wachsen in unregelmäßigen Abständen wunderschöne Blüten in einem leuchten, blauen Farbton. Die einzelne Blüte kann bis zu über 20 gezackte Blütenblätter hervorbringen und lockt besonders Hummeln und Distelfalter an. Sie erinnert ein wenig an die Blüten der Kornblumen. Von Juni bis Oktober zeigt sie sich in ihrer vollen Pracht und folgen dem Lauf der Sonne. Gegen Nachmittag werden sie wohl müde und beginnen sich zu schließen.
Wegen ihres unscheinbaren Aussehens ist sie in Ziergärten eher selten zu finden. In Nutzgärten, besonders in Naturgärten ziert die Wegwarte durchaus kahle, sehr trockene Plätze. In der Naturheilkunde erfreut man sich dieser Pflanze großer Beliebtheit. Sie kommt sehr vielfältig zum Einsatz. Man sagt ihr eine blutreinigende und entzündungshemmende Wirkung nach. Deswegen wird sie überwiegend in Teeform bei Leberproblemen angewendet. Doch auch bei Gallesteinen, Verstopfung, Krampfadern, Kopfschmerzen, Hautproblemen, Geschwüren oder Stoffwechselproblemen wird sie erfolgreich angewendet. Verarbeitet und genutzt wird nahezu die gesamte Pflanze: Wurzel, Blätter und auch die Blüten.
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