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Rosmarin (Rosmarinus officinalis)

RosmarinRosmarin ist ein dichter, immergrüner Strauch aus der Gattung Rosmarinus, welcher Höhen zwischen 30 und 150 Zentimeter erreicht und einen intensiven, aromatischen Duft verströmt. Die Pflanze ist unter dem botanischen Namen Rosmarinus officinalis bekannt und gehört der Familie der Lippenblütler an.

Die Heimat des Rosmarins ist das Mittelmeergebiet. Hier wächst er bevorzugt an sonnigen, trockenen Stellen in Küstennähe, was auch die lateinische Wortentsprechung “Tau des Meeres” erklärt. In unseren Breiten wird Rosmarin nur in Gartenkultur angebaut, da er nicht winterhart ist. Nur in klimatisch besonders begünstigen Stellen in der Schweiz und Österreich ist die Pflanze wild wachsend anzutreffen.

Rosmarin verfügt über kantige und feste Zweige. Die bis zu 3,5 Zentimeter langen Blätter sind lederig und nach unten gebogen, was die Pflanze vor Austrocknung schützt. Während die Blattoberseite eine dunkelgrüne Farbe aufweist, sind die Blätter an der Unterseite weißlich und behaart. Zwischen März und September zeigen sich die meist hellblauen Blütenstände. Seltener sind weiße oder rosa Blüten anzutreffen.

RosmarinBereits in der Antike wurde dem Rosmarin Beachtung geschenkt. So war er der Göttin Aphrodite geweiht und wurde zu Schmuckzwecken verwendet. Mönche brachten die Pflanze im ersten Jahrhundert in die Klöster Europas und Rosmarin begann seinen Siegeszug als Heilpflanze anzutreten. So wurde er zur Potenzsteigerung verwendet und sollte in Ziegenmilch gekocht Tuberkulose lindern helfen. Das aus dem Destillat der Rosmarienblüten im 16. Jahrhundert gewonnene Aqua Reginae Hungariae gilt als eines der ersten Parfüms und soll der von Gicht geschwächten ungarischen Königin Isabella zu neuer Vitalität verholfen haben.

Die frischen oder getrockneten Blätter des Rosmarins verleihen Fleisch, Kartoffeln oder Pilzen einen unverwechselbaren Geschmack. Rosmarin ist Bestandteil der bekannten mediterranen Gewürzmischung “Herbes de Provence”. Möchte man Rosmarin zu Heilzwecken verwenden, sollten die Blätter und Blüten zwischen Mai und August gesammelt und schonend getrocknet werden.

Das ätherische Öl des Rosmarins enthält Kampfer, Cineol und Borneol. Innerlich angewendet hilft ein Rosmarin-Aufguss gegen Kreislaufprobleme, Verdauungsbeschwerden, Durchblutungsstörungen, Rheuma oder Migräne. Die Blüten des Rosmarins werden auch für medizinische Badezusätze verwendet. Eine Rosmarin-Salbe hilft gegen schlecht heilende Wunden. Weitere Anwendungsgebiete sind die Parfümindustrie und die Aromatherapie. Schwangere sollten auf die Verwendung von Rosmarin verzichten.

Symbolisch verkörperte Rosmarin seit jeher die Liebe. Bräute trugen aus Rosmarin geflochtene Kränze als Zeichen ihrer Treue. Neugeborenen legte man einen Rosmarinzweig in die Wiege. Die Pflanze ist auch Bestandteil des Totenkultes. So legten die Ägypter ihren Toten Zweige des Rosmarins in die Hände. Auch im England des 18. Jahrhunderts gaben die Trauergäste ihren Toten einen Zweig der Pflanze mit ins Grab. Aus der Symbolik der Pflanze lassen sich auch die volkstümlichen Bezeichnungen Brautkraut, Kranzenkraut oder Hochzeitsbleaml erklären.

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