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Der Ohnsporn ist eine europäische Orchidee mit einem sehr großen Verbreitungsgebiet von eher unauffälligem Äußeren.
Ursprünglich vor allem im Mittelmeerraum und Nordafrika verbreitet, fühlt sich der Ohnsporn zunehmend in Mitteleuropa bis hinauf nach England heimisch. In Deutschland ist er zu finden in warmen Lagen, hauptsächlich in den südlichen Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und Hessen. Nach Norden hin nimmt der Bestand ab, reicht jedoch bis nach Niedersachsen. Die Pflanze bevorzugt sonnige, möglichst kalkhaltige Wiesen und nimmt mit halbtrockenen Standorten vorlieb; höhere Lagen meidet sie in der Regel wegen zu niedriger Temperaturen. Gelegentlich findet sich der Ohnsporn auch in lichten Wäldern und Gebüschen. Trotz des großen Verbreitungsgebietes sind die einzelnen Bestände eher klein. Wie alle europäischen Orchideen gehört der Ohnsporn in Deutschland zu den geschützten Arten.
In der Familie der Orchideen zählte der Ohnsporn lange zur Gattung Aceras mit der einzigen Art Aceras anthropophorum, aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen ordnen ihn jedoch der Gattung Orchis zu. Eine jüngere botanische Bezeichnung lautet von daher Orchis anthropophora. Andere landläufige Bezeichnungen für diese Pflanze lauten - in Anlehnung an die Blütenform - (Menschentragendes) Ohnhorn, Hängender Mensch, Puppenorchis, Fratzenorchis oder Männerorchis. Die Pflanze erreicht Wuchshöhen zwischen 20 und 40 Zentimetern und bildet kleine, 12 bis 14 Millimeter große Blüten aus, die Farbschattierungen von gelb bis rotbraun aufweisen können. Die (Laub-)Blätter sind von glänzend grün-bläulicher Farbe, lanzettlich geformt und bilden eine Rosette am Boden, aus deren Mitte sich ein (Blüten-)Stengel erhebt. Dieser wird bis zu 20 Zentimeter hoch und trägt etwa 70 Einzelblüten. Unterirdisch bildet der Ohnsporn kleine rundliche Knollen aus. Im Gegensatz zu den meisten anderen Orchideen fehlt den Blüten der Lippensporn. Die Lippe selbst läuft in vier Zipfel aus, die in ihrer Ähnlichkeit zu menschlichen Armen und Beinen alternative Bezeichnungen prägten. Die Blütezeit beginnt in südlichen Ländern schon im April, in höheren und kühleren Lagen erst Mitte Mai und dauert in der Regel bis Mitte Juni.
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