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Die Spinnen-Ragwurz gehört, wie der Name schon vermuten lässt, zur Gattung der Ragwurzen und diese wiederum zur Familie der Orchideen, wobei es eine große (Ophrys sphegodes) und eine kleine (Ophrys araneola) Spinnen-Ragwurz gibt, die einander stark ähneln und deshalb oft nicht voneinander unterschieden werden.
Sie wächst in West-, Mittel- und Südeuropa auf buschigen Hängen, lichten Wäldern und Magerrasen, also nährstoffarmen, kalkreichen Böden mit eher wenig Niederschlag, wo besonders Kraut- und Halbstrauchpflanzen gedeihen. Im Gebirge findet man diese Pflanze noch in einer Höhe von über 1000 Metern. Die kleine Spinnen-Ragwurz mag steinigere und trockenere Standorte als ihre große Schwester. Sie ist eine mehrjährige Pflanze und blüht ab Anfang April bis Juni, am Mittelmeer auch schon ab Februar, ist wärme liebend und sehr frostempfindlich. Manchmal blüht sie deshalb kaum - wenn das Frühjahr besonders kalt war, unter Umständen gar nicht. Die Spinnen-Ragwurz wird 15 - 45 cm hoch. Der Blütenstand ist eine vielblütige Ähre mit zwei bis zwölf Blüten. Die äußeren Blütenhüllblätter sind grün, die zwei inneren seitlichen Blütenhüllblätter ebenfalls, mitunter mit rötlichem Rand. Das mittlere Blütenhüllblatt bezeichnet man als Lippe und ist rötlich- bis schwarzbraun mit einem gelben, unbehaarten Rand. Meist wölbt sie sich nur schwach, hat ein H-förmiges bläuliches Mal und wird bis zu 1 cm groß. Der Übergang von der braunen Fläche zum gelben Rand ist stark behaart. Die Lippe der Spinnen-Ragwurz, manchmal auch Wespen-Ragwurz genannt, ähnelt dem Aussehen einer Spinne. Aufgrund dessen und durch Duft- und Lockstoffe, die die Pflanze absondert, werden paarungsbereite Insektenmännchen angelockt, die dann den Blütenstaub aufnehmen und zur nächsten Pflanze bringen. Jede Ragwurz hat ein bestimmtes Insekt für die Bestäubung. Bestäuber der Spinnen-Ragwurz sind Erdbienenmännchen. Die Samen der Pflanze enthalten kein Nährgewebe für den Keimling. Eine Keimung erfolgt daher nur bei Infektion durch einen Wurzelpilz, der der Pflanze Nährsalze und Wasser liefert. Die Spinnen-Ragwurz ist sehr selten geworden und in manchen Gebieten bereits ganz oder teilweise ausgestorben. Durch die Erderwärmung breitet sie sich allerdings wieder aus, mittlerweile konnte man schon einige Neufunde machen.
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