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Kuckucks-Lichtnelke (Silene flos-cuculi)

Kuckucks-LichtnelkeDie Kuckucks-Lichtnelke ist eine bis zu 90 cm hoch werdende, wild wachsende Nelkenart. Ihren volkstümlichen Namen erhielt sie von den häufig der Pflanze anhaftenden, „Kuckucksspucke“ genannten Schaumgebilden. Diese haben jedoch nichts mit dem Vogel Kuckuck zu tun, sondern sind die Schutznester der Schaumzikade, einer Grillenart, die sich so vor Feinden schützt. Eine andere Überlieferung betrachtet „Kuckuck“ als Synonym für den Teufel und seine Spießgesellen, wie Hexen, Dämonen und Kobolde. Der eigentliche Volksname für die Kuckucks-Lichtnelke wäre demnach „Teufels-Lichtnelke“ oder „Hexen-Lichtnelke“.

Die botanisch-wissenschaftliche Bezeichnung für die Kuckucks-Lichtnelke lautet sowohl „Lychnis flos-cuculi“ (griech. Lychnis“ = „Leuchte, Lampe“), als auch „Silene flos-cuculi“. Die zur Gattung der Pechnelken gehörende Pflanze zählt laut der Pflanzen-Systematik zur Familie der Nelkengewächse (Caryophylloideae) und somit zur Klasse der Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrigen (Rosopsida).

Die Kuckucks-Lichtnelke erreicht meist eine Höhe von 30-90 cm. Sie gehört zu den mehrjährigen, krautigen Pflanzen und bildet lange, aufrecht stehende blühende Stängel sowie kurze blütenlose Stängel aus. Die gestielten Grundblätter sind spatelförmig und am Rand gewimpert, während die oberen, gegenständig angeordneten Stängelblätter lanzettförmig sind. Die leuchtend rosaroten Blüten bestehen aus Kelchblättern, die eine 6-10 mm lange, unbehaarte Kelchröhre bilden, und 5 Kronblättern von 15-25 mm Länge. Letztere sind vierfach geschlitzt und bilden eine Nebenkrone aus. Jede einzelne Blüte besitzt 5 Griffel und hat einen Durchmesser von ca. 4 cm. Die Samen reifen in einer bis zu 8 mm langen, kugelförmigen Fruchtkapsel heran, die sich oben mit 5 Zähnen öffnet. Die Vermehrung erfolgt vegetativ mittels Sprossung, so dass häufig größere Pflanzenansammlungen vorzufinden sind.

Die bevorzugt auf feuchten Wiesen, in Mooren und Sümpfen vorkommende Nelkenart ist in den gemäßigten Zonen Europas und Westasiens bis in eine Höhe von 2000 m heimisch. Auch in Nordamerika ist die Kuckucks-Lichtnelke seit dem 19. Jahrhundert verbreitet. Stark gedüngte Wiesen meidet sie und weicht stattdessen auf nasse, nährstoffarme Böden im Umfeld aus. Sie gilt als Indikatorpflanze für eine feuchte Bodenbeschaffenheit und wird nach Ellenbergs ökologischen Indikatorwerten als Halbschattenpflanze betrachtet. Die Kuckucks-Lichtnelke erfreut sich als Zierpflanze in Gärten, besonders in der Nähe von Gartenteichen, einiger Beliebtheit.

Die Blütezeit reicht von Anfang Mai bis Mitte Juni.

Die Bedeutung der Kuckucks-Lichtnelke in der Volksmedizin ist relativ gering. Ihre Wirkung gilt als antibakteriell und immunstimulierend. Gerne wird sie bei Grützbeuteln und Weichteiltumoren eingesetzt, jedoch nur dann, wenn keine anderen Heilpflanzen zur Verfügung stehen. Als Blütenessenz nach Dr. Bach fördert sie den Energiefluss, gibt Kraft und hilft gegen Vergiftungen.

Die Kuckucks-Lichtnelke zählt nicht zu den gefährdeten Pflanzen.

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