|
Die Rote Lichtnelke ist eine mehrjährige Pflanze, die eine Höhe zwischen 50 und 100 cm erreichen kann. Ihre roten, verzweigten Blütenstände lassen sie besonders attraktiv erscheinen. In früheren Zeiten haftete der Roten Lichtnelke ein mythischer Charakter an und sie wurde oft mit dem Tod, Kobolden und Teufeln in Verbindung gebracht.
Die Heimat der Roten Lichtnelke ist Europa und Westasien. Sie gedeiht auf feuchten Wiesen und in Laubwäldern an einem sonnigen oder halbschattigen Standort. Ideal ist ein nährstoffreicher, kalkhaltiger Boden. Im Garten lässt sich die Rote Lichtnelke, die keinen Dünger oder Staunässe mag, im Frühjahr direkt ins Freiland aussäen, wo sie sich in den folgenden Jahren leicht selbst vermehrt. Die Rote Lichtnelke gehört innerhalb der Ordnung der Nelkenartigen (Caryophyllales) zur Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae) und zur Gattung der Leimkräuter (Silene). Sie ist mit dem Weißen Leimkraut verwandt und es existieren Kreuzungen zwischen den beiden Pflanzen, die durch rosa Blüten gekennzeichnet sind. Der botanische Name der Roten Lichtnelke lautet Silene dioica. Der Namensteil „diocia“ bedeutet übersetzt „zweihäusig“. In der Botanik ist die Zweihäusigkeit eine Form der Geschlechtsverteilung, was heißt, dass jede Blüte nur die Merkmale eines Geschlechts trägt. Die Blüte ist demzufolge entweder männlich oder weiblich. Eine Selbstbestäubung der Pflanze ist aus diesem Grund nicht möglich, sondern sie ist auf eine Fremdbestäubung angewiesen. Diese erfolgt bei der Roten Lichtnelke, die zu den Tagblühern gehört, durch Hummeln oder Schmetterlinge. Die Rote Lichtnelke ist ebenfalls unter den Namen Kuckucksblume, Hergottsblut, Rote Nachtnelke, Marienröschen oder Taglichtnelke bekannt.
Die Stängel der Lichtnelke sind behaart und die ganzrandigen Blätter besitzen eine oval-längliche Form. Die geruchlosen Blüten haben einen Durchmesser von 1,5 – 2,5 cm und bestehen aus 5 Kronblättern. Die Blütezeit der Roten Lichtnelke dauert etwa von April bis September. Aus der Blüte entwickeln sich die mohnähnlichen Samen, die in einer Kapselfrucht eingeschlossen sind. Durch Bewegen der Pflanze, beispielsweise durch den Wind, werden die Samen aus der Kapsel geschüttelt und können sich verteilen. Der zerstoßene Samen der Roten Lichtnelke kann zur Behandlung von Schlangenbissen eingesetzt werden. Die Blüten der Pflanze lassen sich zu einer Essenz verarbeiten, die als Bachblüte helfen, die Entschlusskraft zu stärken. In der Vergangenheit wurde die Wurzel der Roten Lichtnelke oft als Seife verwendet.
 |