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Königskerzen tragen ihren königlichen Namen, weil sie geradewegs bis zu zwei Meter hoch wachsen und dabei recht „königlich“ wirken. Zur Familie der Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae) gehörig bilden sie mit weltweit insgesamt etwa 360 Arten eine Pflanzengattung, deren Mitglieder sich untereinander alle sehr ähnlich sind.
Die Königskerze ist auch unter anderen Namen bekannt, wie es oft bei Heilpflanzen, die im Volk verwendet wurden, der Fall ist: Himmelsbrand, Wollkraut, Wetterkerzen, Johanniskerze und Winterblom sind einige dieser im Volksmund bekannten Namen. Wenn man sie in manchen Gegenden auch „Fackelkraut“ nennt, dann liegt das daran, dass diese Pflanze früher tatsächlich, in Teer getaucht und angezündet, als Fackel verwendet wurde.
Königkerzen sind in fast ganz Europa verbreitet und wachsen besonders gerne auf sandigen Böden, auch auf Schotterbetten an Flussufern und Bahngleisen oder an Wegrändern. Inzwischen gibt es auch Züchtungen für den Garten, wo sie ebenso wie in der freien Wildbahn ein Nahrungsspender für Schmetterlinge, Fliegen, Hummeln und Käfer sind.
Königskerzen zählen zu den zweijährigen Pflanzen. Sie besitzen eine spindelförmigen astartige Wurzel, samtig-filzige Blätter und treiben Blüten, die in einzelnen Büscheln aus dem Stängel wachsen und von unten nach oben langsam aufblühen. Die hierzulande bekannteste Wildblumenkönigskerze (Verbascum phlomoides) besitzt gelbe Blüten, doch gibt es Königskerzen in den verschiedensten Farben und auch mit sehr kleinen Blütendolden. Was die Königskerze zu einer Heilpflanze macht, sind vor allem ihre Blüten, die zu Heilzwecken gezupft, getrocknet und bei vielen Erkrankungen der oberen Luftwege vorwiegend als Heiltee eingesetzt werden, zum Beispiel bei chronischem Reizhusten, Ohrenschmerzen, Asthma, Sinusitis und Neuralgien. Sie wirkt schleimlösend, reizmildernd und insgesamt beruhigend auf den Körper. Auch bei Wunden, Verbrennungen und Hämorrhoiden kann eine Salbe aus Königskerzenblüten eine heilsame Wirkung entfalten. Schon den alten Griechen war die Königskerze als Heilpflanze bekannt. Die Mystikerin Hildegard von Bingen wusste um ihre heilende Wirkung und bezeichnete sie als Kraut, das einem „traurig Herz“ gut tut.
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