Der Knöterich (Polygonum) zählt zu den wuchskräftigsten Pflanzen. Die mehrjährige krautige Pflanze aus der Familie der Knöterichgewächse kann Wuchshöhen von bis zu 15 Metern erreichen. Selbst größere Flächen lassen sich mit der auch Chinesischer Knöterich oder Architektentrost genannten Schlingpflanze mühelos begrünen. Niedrigere Arten sind der Vogel-Knöterich (Polygonum aviculare), welcher einen festen Stängel und längliche Blätter besitzt, sowie der Schlangen-Knöterich (Polygonum bistorta), welcher seinen Namen seinen schlangenartig gewundenen Wurzeln verdankt. Die Blätter des Knöterichs sind wechselständig dunkelgrün auf der Oberseite und bläulich grün auf der Unterseite. Im Herbst färbt sich das Laub hellgelb.
Die Blütezeit des Knöterichs liegt bei Mai bis September. Charakteristisch sind die feingliedrigen bis zu 30 Zentimeter langen weißen Rispenblüten. Den Schlangen-Knöterich kennzeichnen dichte rosa Blütenstände, welche im Volksmund auch “Zahnbürsten” genannt werden. Nur selten bildet der Knöterich dreikantige Nussfrüchte aus.
Ursprünglich beheimatet ist der Knöterich in Tadschikistan. Heute kommt er weltweit vor. In Skandinavien fehlt er allerdings gänzlich und in Südeuropa ist er nur in Gebirgen anzutreffen. Vogel-Knöterich wächst in Gärten, auf Sportplätzen oder zwischen Gehwegplatten und Pflastersteinen. Der Knöterich zählt zu den anspruchslosen Gewächsen und verträgt einen schattigen bis sonnigen Stand. Bevorzugt werden feuchte, stickstoffreiche Humusböden und Feuchtwiesen. Da der Knöterich Veränderungen in seinen Lebensbedingungen nur in geringem Maße toleriert, gilt er als Zeigerpflanze für Nässe und liefert wertvolle Hinweise auf die Beschaffenheit des Bodens.
Knöterich sollte nur dort angepflanzt werden, wo eine entsprechend große Fläche vorhanden ist. Andere Kletterpflanzen werden von dem “Rankmonster” mühelos verdrängt. Die Pflanze treibt im März aus und wächst pro Jahr etwa acht Meter in die Höhe. Rankhilfen sind unverzichtbar. Dachrinnen und Fallrohre sollten nicht vom Knöterich umrankt werden. Im zeitigen Frühjahr werden die Pflanzen kräftig zurück geschnitten.
Dem Schlangen-Knöterich sagte man im Mittealter heilsame Kräfte gegen Schlangenbisse auf Grund seines gewundenen Wurzelballens nach. Junge Blätter ergeben ein wohlschmeckendes Wildgemüse und bieten die perfekte Grundlage für Blattsalate und Spinat. Auch die Vitamin C haltigen Wurzeln können verzehrt werden. Dazu schneidet man sie in Scheiben und legt sie über Nacht in Wasser ein. Ein Knöterichaufguss hilft gegen Katarre der oberen Luftwege und kann auch bei der Behandlung von Hautwunden als Umschlag eingesetzt werden. Tees aus Knöterich werden zur Blutreinigung empfohlen. Allerdings sollte die Pflanze nicht in großen Mengen verzehrt werden, da sie neben Schleimstoffen auch Oxalsäure enthalt.
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