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Giftiges Nachtschattengewächs
Das Bilsenkraut (Hyoscyamus niger) gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Nahezu auf der ganzen Welt ist diese krautige Pflanze zu finden. Sie liebt das milde Klima in Europa, Afrika und Amerika ebenso wie die kälteren Temperaturen in Gebirgen. Sie gedeiht sogar bis zu einer Höhe von 3000 Metern. Ihren Ursprung hat das Bilsenkraut allerdings in Europa, China und Indien. In die Gattung der Bilsenkräuter lassen bis zu 23 Arten einordnen. Die wohl bekannteste Art ist das schwarze Bilsenkraut, welches überwiegend an Müllhalden oder Wegrändern wächst. Man sieht diesen Wildwuchs leider nur noch sehr selten, daher zählt sie zu den bedrohten Arten.
Allerdings gibt es auch herrliche Kulturpflanzen in Ziergärten zu bestaunen. Sie ziehen vor allen Dingen während der Blütezeit ihre Blicke auf sich. Die Pflanze erreicht eine Wuchshöhe bis zu 80 cm. Da sie sehr verzweigt wächst, sieht sie etwas buschig aus. Die Stängel sind kräftig und leicht behaart. Am oberen Ende bilden sich die Blüten, welche beim genaueren Hinsehen an die Blüten einer Orchidee erinnern. Die Farben und die Formen der Blüten sind je nach Art sehr unterschiedlich. Meist sind sie hellgelb oder beige und mit violetten Äderchen durchzogen. Es gibt jedoch auch Blüten die in einem kräftigen Gelb mit einem dunklen Violett erscheinen, wie die des weißen Bilsenkrautes. Die Blütezeit ist von Juni bis Oktober. Diese Pflanze enthält starke Giftstoffe wie das Hyoscyamin und das Scopolamin. Schon eine geringe Menge von Samenkörnern können bei Kindern zum Tode führen. Vergiftungserscheinungen sind Bewußtseinsstörungen, fehlendes Erbrechen, Erweiterung der Pupillen, Austrocknen der Schleimhäute in Mund und Rachen, sowie Hautrötungen. Außerdem kann es zu Tobsuchtsanfällen kommen. Doch schon im Mittelater wußte man um die heilende Wirkstoffe des Krautes. So wurde es schon damals zur Linderung von Ohrenschmerzen, als Beruhigungsmittel oder sogar als Narkotikum eingesetzt. In der heutigen Zeit verwendet man es bei Husten, Augenentzündungen, bei Krämpfen und Asthma.
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