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Der rote Fingerhut (Digitalis purpurea) ist eine alte, traditionelle Heilpflanze. Fingerhut ist ein bekanntes Mittel bei Herzinsuffizienz und hat eine anregende Wirkung auf die Herzmuskeln. Diese positiven Eigenschaften und die wohltuende Wirkung wurden von dem englischen Arzt William Withering im Jahr 1775 entdeckt. Der Arzt stellte auch fest, dass der Fingerhut für die Behandlung von Ödemen geeignet ist. Da der rote Fingerhut bei vielen Krankheiten hilft, wurde er auch zur Beruhigung des Pulses oder bei Epilepsie eingesetzt. Heutzutage wurde er aber weitgehend durch pharmazeutische Präparate ersetzt. Seine Wirkung verdankt man dem Digoxigenin, dies ist ein Steroid und kommt ausschließlich in den Blüten und Blättern der Pflanzen vor.
In Norwegen wir die Pflanze auch Fuchs Glocke genannt, da man ihr nachsagt eine beruhigende Wirkung auf Füchse zu haben. Der rote Fingerhut wurde auch unter dem angelsächsischen Namen Handschuh des Fuchses erstmals bekannt. Damen-Fingerhut, Löwen Mund oder Kaninchen-Blume sind weitere Namen. In der gälischen und walisischen Traditionen ist der rote Fingerhut auch als Fee Finger bekannt. Der rote Fingerhut kommt in ganz Europa und Nordamerika vor, er wächst als Wildblume in Wäldern und auf Straßen. Die Pflanze wird in Gärten angebaut, eignet sich bei einigen kleineren Arten aber auch als Zimmerpflanze. Zur Gattung des Fingerhut gehören etwa 20 Arten von krautigen Stauden und die Pflanze gehört zur Familie der Wegerichgewächse. Der rote Fingerhut kann bis zu sechs Meter hoch werden. Er hat einen geraden Stamm ohne Zweige und wächst als zweijährige Pflanze. Er hat eine rosa oder lila Färbung und oftmals vereinzelt weiße Flecken. Die Form der Blüten geben dem Fingerhut seinen Namen, denn seine Blüten sind glockenförmig und ähneln den Fingern einer Hand. Der rote Fingerhut blüht von Juni bis September und gedeiht am besten im Schatten, in lockerem Boden, der vorzugsweise von kieselsäure haltigen Herkunft ist.
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