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Moorabbiss (Succisella inflexa)

kein Bild vorhandenDer Östliche Teufelsabbiss oder Moorabbiss (Succisella inflexa) gehört zur Familie der Kardengewächse (Dipsacaceae). Es ist eine 80 bis 130 cm hohe, der Gattung Succisa nahestehende Pflanze mit ganzrandigen, bis zu 20 cm langen, elliptisch-lanzettlichen Blättern. Die Pflanze ist von reich verzweigtem Wuchs und durch ihren kriechenden Wurzelstock in der Lage ausgedehnte Bestände zu bilden. Die hellblauen, halbkugeligen Blüten mit einem Durchmesser von etwa 1 bis 2 cm erscheinen zahlreich von Juni bis in den September hinein. Der Habitus ähnelt dem verwandten Teufelsabbiss, doch sind dessen Blüten wesentlich dunkler blau gefärbt.

Die Pflanze ist in Südosteuropa verbreitet, ihr Areal erstreckt sich von Norditalien über Österreich bis Rumänien und Weißrussland. Im Süden Deutschlands erreicht der Moorabbiss mit einigen wenigen Wuchsorten die Westgrenze seiner Verbreitung. Das Indigenat ist jedoch umstritten, möglicherweise handelt es sich um eingeschleppte Vorkommen.

Die Art besiedelt wechselnasse Moor- und Feuchtwiesen auf nährstoffarmen, kalkarmen bis mäßig basenreichen, humosen Lehm-, Ton- oder modrigen Torfböden. Sie ist in Brenndolden-Stromtalwiesen, Pfeifengraswiesen, aber auch im Auengebüsch, an Grabenrändern, in Großseggenriedern oder lockeren Röhrichtbeständen zu finden. Viele dieser Standorte sind von landwirtschaftlicher Intensivnutzung oder Nutzungsaufgabe bedroht und zählen somit in Europa zu den am stärksten gefährdeten Lebensräumen.

Im Garten kann die Pflanze Verwendung finden in artenreichen Wildstaudenpflanzungen an sonnigen, jedoch nicht zu trockenen Standorten, so etwa an Teichrändern in Kombination mit Blutweiderich, Heil-Ziest, Trollblumen, Schlangenknöterich, Sumpfdotterblumen und anderen Feuchtwiesen- und Sumppflanzen. Die zahlreichen, eisblauen Blütenköpfchen mit dekorativen, hellblauen Staubgefäßen sind optisch sehr reizvoll und werden stark von Schmetterlingen und anderen Insekten beflogen. Durch die lange Blütezeit handelt es sich um eine wertvolle Bereicherung für jeden Naturgarten. Mittlerweile ist die Art auch schon von einigen Gärtnern züchterisch bearbeitet worden.

Den etwas merkwürdig klingenden Namen Moorabbiss hat die Pflanze ihrem kriechenden Wurzelstock zu verdanken. Die Wurzeln sehen in der Tat so aus, als hätte sie jemand abgebissen.

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