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Das Maiglöckchen zählt zu den Liliengewächsen und ist in Deutschland recht weit verbreitet. Maiglöckchen sind außer in Mitteleuropa, Osteuropa und Südeuropa auch in Nordamerika beheimatet. Der bevorzugte Standort sind Buchenwälder, jedoch können sie auch in den Gärten angepflanzt werden und erfreuen dort durch gutes Wachstum und reiche Blüte. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn man Kinder hat, denn das Maiglöckchen ist in allen Pflanzenteilen giftig. Besonders die nach der Blüte reifenden Beeren könnten Kinder zum Naschen verleiten.
Der Verzehr ist zwar nicht zwangsläufig tödlich, bringt aber doch unangenehme Begleiterscheinungen mit sich. Im Gegensatz zu früheren Annahmen ist durch den Verzehr von Maiglöckchen noch kein Mensch zu Tode gekommen. Trotzdem sollte man entsprechend vorsichtig sein und diese schönen Pflanzen erst im Garten einbürgern, wenn die Kinder aus dem Gröbsten heraus sind. Das Maiglöckchen besteht aus dunkelgrünen, ovalen Blättern, die ein lanzenartiges Aussehen haben. Insgesamt erreichen die Blätter eine Länge von 10 cm und eine Breite von 5 cm. Maiglöckchen gehören zu den sogenannten Breitwurzlern und verfügen über weiß-graue und / oder hellbraune Wurzeln, die sich waagerecht in der Erde ausbreiten. Der Mittelnerv der Wurzeln ist stark ausgeprägt, während die vielen Seitennnerven, die daraus hervorgehen, eher zart sind. Pro Pflanze besteht das Maiglöckchen aus 2 Blättern und einem Blütenschaft, an dem mehrere weiße, glockenartige, kleine Blüten wachsen, die einen wohlriechenden Duft verbreiten, der schon von Weitem wahrnehmbar ist. Nach der Blütezeit im Mai und Juni bilden sich aus den Blüten die bereits erwähnten roten Beeren. Solange die Pflanzen noch nicht blühen besteht die Gefahr, sie mit dem wild wachsenden Bärlauch zu verwechseln. Im Zweifelsfall sollte man bei der Suche nach Bärlauch eine Geruchsprobe machen, denn der Bärlauch ist bekannt für sein unverkennbares knoblauchartiges Aroma.
Das Maiglöckchen zählt zwar zu den Giftpflanzen, gleichermaßen aber auch zu den Heilpflanzen. Aufgrund der Giftigkeit sollte man aber nie eine eigenmächtige Verwendung in der Hausaapotheke in Betracht ziehen. Auch in der Medizin verwendet man lediglich Auszüge aus den Pflanzen bzw. deren Blättern, die dementsprechend weiterverarbeitet werden. Zu den Anwendungsgebieten zählen hauptsächlich Herz- und Kreislaufprobleme. Die Hauptwirkstoffe, die aus den Maiglöcken gewonnen werden, sind Convallatoxol und Convallatoxin, die für ihre Wirkung bei Herzleiden bekannt sind.
Der botanische Name des Maiglöckchens ist Convallaria Majalis L. Je nach der Gegend des Vorkommens werden Maiglöckchen umgangssprachlich auch Augenkraut, Marienglöckchen, Maienlilie, Marienriesli oder Schneetropfen genannt.
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