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Kaum eine Pflanze wird so sehnsüchtig erwartet wie das Schneeglöckchen. Wenn seine ersten grünen Blätter aus dem Boden hervorschauen, ist das ein untrügliches Zeichen dafür, dass es mit dem Winter zu Ende geht. Oft muss sich die Pflanze noch durch altes herunter gefallenes Laub oder durch den Schnee kämpfen, um für alle sichtbar zu sein. Nur wenige sind so unempfindlich wie diese kleinen zierlichen Frühblüher.
Das Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) ist eine einkeimblättrige Pflanze und gehört zur Familie der Amaryllisgewächse. Nicht nur in Europa, sondern auch in Asien ist der Frühblüher beheimatet. Aus Nordamerika sind verwilderte Arten bekannt. Die Pflanze entwickelt sich besonders gut, wenn sie an einem Platz steht, der halbschattig ist. In feuchtem Boden wächst sie besser als bei Trockenheit. Oft vermehren sich die kleinen Frühlingsboten allein auf Wiesen oder in Wäldern. Gern werden Sie aber auch direkt in den Garten gepflanzt, um die Vorfreude auf die kommende Gartensaison zu steigern. Zunächst treiben die zwei zusammenstehenden Laubblätter aus der Blumenzwiebel des Schneeglöckchens, die das ganze Jahr über im Boden bleibt, aus. Erst dann bricht der Blütenstand aus der Erde heraus. Zuerst aufrecht stehend, knickt die Blüte um, wenn sie sich geöffnet hat, und bekommt so die typische Glöckchenform. Drei äußere weiße Blütenblätter umgeben die drei inneren Blütenblätter. Wer die Blüte genauer betrachtet, wird merken, dass die inneren weißen Blütenblätter mit grünen Rand zusammengewachsen sind. Die Botaniker konnten bisher 19 Arten des Schneeglöckchens bestimmen.
Obwohl die Pflanze giftig ist und auf keinen Fall verzehrt werden sollte, enthält sie Bestandteile, die medizinisch von großer Bedeutung sind. In der Zwiebel befinden sich verschiedene Wirkstoffe, eines davon das Galantamin. Dieser Wirkstoff wird von Pharmakologen in Medikamenten eingesetzt, die den Verlauf der Alzheimer Krankheit verlangsamen. Auch als Mittel gegen Demenz ist Galantamin bekannt. Eine Vergiftung durch die Pflanze äußert sich in Erbrechen und Übelkeit. Wer sich an Schneeglöckchen in seinem Garten erfreuen möchte, sollte die Zwiebeln schon frühzeitig im Herbst in den Boden bringen. Da die Pflanze nur eine Blüte am Stängel hat, empfiehlt sich das Pflanzen in Gruppen. Auch in Kübeln hinterlässt der widerstandfähige kleine Frühblüher einen guten Eindruck.
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