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Schöllkraut (Chelidonium majus)

SchölkrautUnter Botanikern wird das Schöllkraut unter den einheimischen Pflanzen auch als Chelidonium majus bezeichnet. Das Schöllkraut gehört zur Klasse der Mohngewächse.

Die Pflanze gedeiht sehr üppig auf Böden, welche reich an Stickstoff sind. Daher wird sie häufig an Mauern, Wegrändern, Zäunen und Hecken entdeckt. Sie bevorzugt daneben auch einen lockeren humusreichen Untergrund.

Die Pflanze wächst zwei- bis mehrjährig und hat ein krautiges äußeres Wuchsbild. Sie kann bis zu 70cm hoch werden. Der stark verzweigte und runde Stängel ist hart, zeigt aber keinerlei Verholzungen. Bedeutsam beim Schöllkraut ist, dass alle Pflanzenteile ausnahmslos mit feinen Haaren bedeckt sind.

Die Laubblätter haben eine sogenannte gestielte Form und sind wechselständig mit dem Stängel verwachsen. Beim Schöllkraut liegt eine ästige Rhizombildung mit einer Milchsaftsekretion vor. Der Milchsaft ist von einer gelb - orange Färbung. Die Blattspreite ist gekennzeichnet durch einen feinen Wachsüberzug, der wasserabstoßende Eigenschaften besitzt. An der Unterseite der Blattspreite ist eher eine hellere Färbung erkennbar, die von einer feinen fühlbaren Haarausbildung begleitet wird.

SchölkrautDie Blühzeit des Schöllkrauts sind die Monate Mai bis Oktober.Die Ausbildung der zwittrigen vielzähligen Blüten fällt in diesen Zeitraum. Die Blüten besitzen zwei Kelchblätter, welche bald die vier gelben Kronblätter freigeben. Es entsteht eine kapselartige Frucht, welche mit zahlreichen ovalen schwarzen Samenkörnern gefüllt ist. Durch eine mechanische Zerstörung der behaarten Stängel kommt es zur Absonderung des Milchsaftes, der sich zusätzlich auch in den Blättern befindet. Dieser Saft hat giftige Eigenschaften und erscheint geschmacklich durch ein bitteres, scharfes und eher unangenehmes Aroma.

Das Schöllkraut reagiert auf schlechtes Wetter durch ein Schließen der Blütenblätter. Gleichzeitig beugen sich die Blütenstiele.

Bei der Fortpflanzung ist es bedeutsam, dass diese nur durch Bestäubung von Insekten wie Ameisen oder überwiegend Bienen erfolgen kann.

Schöllkraut hat für die Menschen seit alters her eine mystische Bedeutung, die Pflanze versinnbildlicht ein harmonisches und ruhiges Leben. Sie galt daher als Talisman. Weiterhin wird Schöllkraut in der Heilkunde eingesetzt, da die Inhaltsstoffe der Pflanze intensive Wirkungen auf die Leber und die Galle besitzen.Zur Therapie von Hauterkrankungen, insbesondere zur Beseitigung von Warzen, eignen sich die Extrakte des Schöllkrauts. Desweiteren wird Schöllkraut für die Herstellung eiweißauflösender, antiviraler und antibakteriell wirkender Salben eingesetzt. Diese Salben haben einen entzündungshemmenden, beruhigenden Effekt und sind daher heilungsfördernd.

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