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Waldmeister oder Galium odoratum aus der Gattung der Labkräuter ist hauptsächlich in Nord- und Mitteleuropa sowie in Teilen Sibiriens beheimatet. Er bevorzugt schattige, gutgründige Buchenwälder und zeigt das Vorkommen von Lehm an. In Nadelhölzern ist er seltener anzutreffen.
Waldmeister ist ein Hemikryptophyt, seine Überdauerungsknospen liegen an der Erdoberfläche und sind in der Regel von Laub, Erde oder Schnee zum Schutz vor Witterung bedeckt. Der Wurzelstock ist rotbraun, robust und eher kriechend. Die glatten, vierkantigen Stängel erreichen eine Höhe von 10 bis 30 cm. Unten tragen sie sechs und oben acht Blattquirle. Die etwa 5 mm breiten, glatten Blätter sind lanzettartig vorn zugespitzt, stiellos und am Rand mit kleinen Borsten besetzt. Die schneeweißen, glockigen und sternförmigen Blüten sind in Trugdolden angeordnet. Blütezeit ist von April bis Mitte Juni. Aus ihnen entstehen kleine, klettenartige Nüsschen, die etwa 2 bis 3 mm lang sind. Waldmeister wächst meist in größeren Familien. Vom Cumarin stammt der charakteristische Duft bei angewelkten oder getrockneten Pflanzen. Es ist sowohl in der Blüte als auch im ganzen Kraut enthalten. Weitere Inhaltsstoffe sind ein Gerbstoff, ein Bitterstoff und verschiedene Säuren wie Zitronensäure. Gesammelt wird nur das blühende Kraut. In der Volksheilkunde zählt Waldmeister seit langem zu den beliebten Heilpflanzen. Als Tee wirkt er harntreibend, hilft bei Leibschmerzen, unregelmäßiger Herztätigkeit und Schlaflosigkeit. Er ist blutreinigend und leicht schweißtreibend. Waldmeistertee wird bei Leberstauungen und Harnsteinbildung empfohlen.
In geringen Mengen vertreibt er Kopfschmerzen und Migräne, kann aber bei zu hoher Dosierung auch zu Kopfschmerzen führen. Er gilt als entzündungshemmend, gefäßerweiternd sowie krampflösend und wurde als wenig bis kaum giftig eingestuft. Die Würzpflanze Waldmeister wird im Mai gerne für wohlschmeckende Bowle genutzt. Mäßig genossen wirkt sie belebend und verdauungsfördernd. Waldmeistersirup verfeinert so manche Speise. Auch als Mottenmittel oder Duftkissen kann er eingesetzt werden. Volksnamen für den Waldmeister sind unter anderen Gliedkraut, Halskräutlein, Herzkraut, Leberkraut, Magerkraut, Maikraut, Meister, Tabakskraut, Teekraut, Waldtee und Waldmanndl. Erstmalig wurden die Heilwirkungen vom Benediktinermönch Wandalbertus um 854 nach Christus niedergeschrieben. Noch heute sind aus dieser Zeit alte Klosterrezepte erhalten.
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